Einen aufs Auge. Wir wollen Beteiligung.

Zunehmend werde die Stadt privatisiert, so heisst es. Nicht nur im Sinne der Privatisierung des öffentlichen Raums, also dass nicht jeder überall mehr Zutritt gewährt wird, oder auch der “Disneyfizierung der Stadt” (Frank Roost, 2001), sondern auch durch die Besetzung öffentlicher Flächen durch Private. Gerade hinsichtlich der Werbung und durch die riesigen Anzeigen und Plakate fällt dies auf.

Beispiele gibts genügend: Potsdamer Platz in Berlin, der Times Square in New York (ist der in NY?), aber auch am Rosenthaler Platz, was ja schon verwundern mag. Das letztere Beispiel zeigt eine Problematik wunderbar auf: Ein Haus wurde also am Rosenthaler Platz in Berlin neu saniert. Das Baugerüst war überzogen mit einer riesigen Werbeplane, wie man sie von Baugerüsten kennt. Gerüchten zu Folge hat der Inhaber damit mehr verdient, als wenn er das ganze Haus voll vermietet hätte. Nun mag ihm dies vergönnt sein. Aber ist es denn auch nicht dem “Konsumenten” dieses zweifelhaften Vergnügens vergönnt sein, auch ein kleines Stückchen des Kuchens zu bekommen, wenn er sich das Vergnüngen schon nicht aussuchen kann?

Dies ist zwar nicht das Haus am Rosenthaler Platz, aber zumindest eine Plakatwerbung am selben Ort. Quelle Abbildung: www.fensterzumhof.eu.

Die Idee ist nicht neu und auch nicht von prevu, aber sie soll hier präsentiert werden: Ein gewisser Prozentsatz dieser Einnahmen sollte in die öffentliche Hand fliessen und im urbanen Raum reinvestiert werden. Schlicht und einfach.

###Unsinn###

Die Klimaerwärmung, die Ökologie und der sparsame Umgang mit nicht-erneuerbaren Ressourcen ist mittlerweile schon so in unseren Köpfen, dass wir nicht ohne schlechtes Gewissen fliegen, heizen oder ein Auto mieten. Für Autos wurde in Berlin und anderswo die Umweltplakette eingeführt, in der Schweiz diskutiert man eine Abrissprämie für Altbauten, um so “die Energieschleudern” - alte Häuser, die sich nicht mehr sanieren lassen - , einfacher und schneller beseitigen zu können. Solche Maßnahmen und Interventionen kennt man haufenweise.

Es ist dann aber in höchsten Maße irritierend, wenn man wie in Berlin ständig Neubauten sieht, die anscheinend den Anschluss an die heutigen Baustandarts verpasst zu haben scheinen. So gibt es in der Stadt unzählige neue Bauten die komplett aus Beton gebaut werden. Ein ökologischer Unsinn, denn Beton braucht viel Energie in der Herstellung und ist nicht in der Lage effektiv zu dämmen.

Das Frage liegt auf der Hand: Weshalb darf man das heutzutage noch und weshalb gibt bezüglich der Materialien keine Vorschriften?

Diese Frage bleibt unbeantwortet.

Quelle und Link zur Abrissprämie:

WWF-Abrissprämie

Wer baut die Stadt? Beispiel Buenos Aires

Im Bauwelt-Artikel “Schlüsselbauten aus vier Jahrhunderten” begeben sich Diego Benvenuto, Horacio Caride Bartrons und Luis O’Grady (Dozenten an der Universität Buenos Aires) auf die Suche nach einer authentischen argentinischen Architektur. Angesichts des Baugeschehens der letzten 25 Jahre bleiben sie jedoch ziemlich ratlos.
Sie gehen der Frage nach, wie die politische und ökonomische Geschichte in der Form der Stadt ablesbar ist.
Für die jüngeren Geschichte müssen sie konstatieren, dass es nach der Rückkehr zur Demokratie 1984 quasi keine koordinierte Stadtentwicklungspolitik gegeben hat. Das Stadtbild wird vor allem durch Investorenarchitektur geprägt.

Buenos Aires

“Die Projekte internationaler Investoren konzentrieren sich in erster Linie auf die Bedürfnisse der Oberschicht, der Touristen und internationalen Konzerne ohne Bezug zum größten Teil der Bevölkerung.” (bauwelt 185)

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